Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft

E-Commerce

arnold malfertheiner

Geschäft zu - Onlineshop auf

Im März wurden in ganz Italien und damit auch in Südtirol Handelsunternehmen und Geschäfte mit wenigen Ausnahmen geschlossen – von einem Tag auf den Anderen. Die Lager voll und gerüstet für das Frühlingsgeschäft war totaler Stillstand verordnet. Aber die Branche gab sich nicht geschlagen und reagierte kreativ.

Auch wenn gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie von Verlusten durch Lieferengpässe ausgeht, änderte sich gleichzeitig das Kaufverhalten vieler Kund/innen zugunsten des E-Commerce. Ausgangsperren und die Angst vor einem möglichen Infektionsrisiko, hat dazu geführt, dass mehr Menschen online einkaufen. Damit stieg die Akzeptanz und Nutzung von Kreditkarten, Logistik-Lösungen wie Click&Collect erleben einen neuen Boom.

Wer vor der Krise schon auf E-Commerce gesetzt hatte, konnte meist gut gerüstet das neue Potential ausschöpfen. All jene Unternehmen, die bislang noch keinerlei Erfahrungen mit Onlinehandel hatten, standen hingegen vor einer großen Herausforderung.

Im Idealfall fanden sich Ideen, die aus der akuten Paniksituation heraus durch kurzfristige Lösungen neue Umsatzmöglichkeiten schafften. Die Vielzahl an lokalen Hauslieferservices für den regionalen Markt sind hier nur ein Beispiel. Damit die Einkäufe auch weiterhin lokal getätigt werden konnten, sind in kürzester Zeit einige Online-Plattformen entstanden, wo sich die Anbieter heimischer Lieferangebote eintragen können.

Herr Malfertheiner, wie erleben Sie die aktuelle COVID19-Situation im Bereich E-Commerce?
Wir erhalten aktuell täglich mehrere Anfragen von Südtiroler Unternehmen, ob wir kurzfristig einen Onlineshop anbieten und umsetzen können, als Online-Alternative zur aktuellen Geschäftsblockade. Wir raten als Experten allerdings von solchen Schnellschüssen ab. Erfolgreiches und nachhaltiges E-Commerce erfordert weit mehr als einfach nur über Nacht einen einfachen Onlineshop zu eröffnen.

Nämlich?
Für ein ernstgemeintes Onlinebusiness stellen sich eine Vielzahl an Fragen: Existieren die notwendigen Unternehmensprozesse für digitale Bestellungen, Orderbearbeitung, Auslieferung, Zahlungsschnittstellen? Gibt es das nötige digitale Material wie Bilder, Produktbeschreibung, technische Tabellen usw. zu den Produkten in allen benötigten Sprachen?  Wer bearbeitet Kundenanfragen aus dem Onlineshop? Das sind nur einige der Fragen, die sich ein Unternehmen stellen muss, wenn es seine Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich online vertreiben will.

Welche Alternativen hat ein Unternehmen, wenn die Voraussetzungen für einen eigenen Onlineshop fehlen?
Einige Dinge wie z.B. digitales Produktmaterial brauche ich auf jeden Fall, wenn ich Online vertreiben will. Damit kann ich dann meine Produkte z.B. auf lokalen oder internationalen Marktplätzen platzieren. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass ich mich nicht zu exklusiv von einem solchem Marktplatz abhängig mache. Vor allem Amazon hat mit seinen aggressiven Praktiken bereits viele Geschäfte und Händler in den Ruin getrieben. Auch über soziale Kanäle kann ich meine Produkte präsentieren und per Email bestellbar machen. In den letzten Wochen sind durch COVID19 ganz spontan eine Reihe von lokalen Onlineseiten mit Direktlieferlisten entstanden. Dort ist eine Platzierung in der Regel schnell und kostenlos möglich. Neben verschiedensten Verkauf-App sind auch vermehrt neue WhatsApp-Bestellservices entstanden.

Was wird nach COVID19 sein?
Ich bin davon überzeugt, dass wir nach einer längeren Erholungspause gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden. Es wird mehr Nachhaltigkeit, mehr Wertigkeit und mehr Regionalität geben. E-Commerce wird dann nicht mehr einfach nur ein mögliches zweites Standbein oder ein Zusatzumsatz bedeuten. Es wird maßgeblich mitbestimmender und integrierter Bestandteil des Wirtschaftszyklus eines Unternehmens sein.

Zur Person

Arnold Malfertheiner ist Inhaber der InternetManufaktur teamblau, strategischer E-Commerce-Experte, Präsident der Werbefachleute TARGET im hds sowie Business- und Management-Coach.

Dienstleistungen der Handelskammer

Der Service „PID - Digitales Unternehmen“ bietet eine kostenlose Erstinformation zum Thema E-Commerce an. Interessierte erhalten dabei eine Orientierungshilfe, sei es beim Einstieg in den Online Handel, oder bei der Optimierung eines bereits bestehenden Shops.

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