Handelskammer Bozen
Irene Mandolesi

Irene Mandolesi

Mit offenen Augen Richtung Zukunft

Irene Mandolesi aus Bruneck arbeitet in der Organisations- und Personalentwicklung, ist durch und durch Optimistin und versteht es, Familie und Beruf gekonnt zu vereinbaren.

Frau Mandolesi, was reizt Sie an Ihrer Arbeit ganz besonders?
Irene Mandolesi: Meine Arbeit ist sehr vielfältig, da ich Projekte für unterschiedliche Kund/innen aus den verschiedensten Branchen betreue. Mir wird nie langweilig, mit jedem neuen Auftrag habe ich die Gelegenheit, vorhandenes Wissen mit neuen Gegebenheiten zu verbinden. Kontinuierliche Weiterbildung ist selbstverständlich und eine wesentliche Grundlage für erfolgreiches Agieren in meinem Business.

Während Ihres Studiums waren Sie auch im Ausland – was spricht Ihrer Meinung nach für den Arbeits- und Lebensstandort Südtirol?
Wir leben in einem Land, wo andere Urlaub machen. Ich bin viel in Südtirol unterwegs und egal wo, man findet immer eine wunderbare Natur vor, es gibt funktionierende Infrastrukturen, die es ermöglichen, Arbeit und Freizeit miteinander zu vereinbaren – dementsprechend gut kann ich mich auch erholen. Zudem haben wir in Südtirol zahlreiche herausragende Unternehmen, die international wettbewerbsfähig und innerhalb der Branche sehr gut vernetzt sind. Vielen ist diese Innovationskraft unseres Landes gar nicht bewusst.

Sie haben diverse Führungspositionen innegehabt – wie ist es Ihnen als Frau dabei ergangen?
 Ich muss sagen, dass ich stets das große Glück hatte, mit Vorgesetzten zu arbeiten, die mir die Chance gegeben haben, mich einzubringen. Sie haben mir Vertrauen und Wertschätzung entgegengebracht und ich wurde ernst genommen. Natürlich hat es im Laufe der Jahre auch einige wenige Ausnahmen gegeben, wo ich mit Kunden zu tun hatte, die gute 30 Jahre älter waren als ich und die es nicht akzeptieren konnten, dass auch eine Frau kompetent sein kann und dazu fähig ist, gute Entscheidungen zu treffen.

Was sind die Erfolgsfaktoren von Frauen?
Das ist eine schwierige Frage, da man das nicht kategorisch sagen kann. Tendenziell würde ich meinen, dass Frauen empathischer sind. Zudem haben Frauen einen guten Überblick, einen langen Atem, sind diszipliniert und konsequent.

Die Coronazeit mit den Schließungen war alles andere als einfach – wie ist es Ihnen damals ergangen?
Was die wirtschaftliche Lage angeht, ist natürlich auch bei mir das Einkommen weggebrochen. Da ich aber durch und durch Optimistin bin, habe ich dem Lockdown auch Gutes abgewinnen können. So war es mir möglich, zu 100 Prozent Hausfrau und Mutter zu sein. Ich konnte mich vollkommen meinem Sohn widmen, weshalb diese Zeit eine wichtige für meinen Sohn und mich war. Was das Berufliche anbelangt, hat mir die Pandemie gezeigt, wie viel man digital erledigen kann. So konnte ich zum Beispiel ein südtirolweites Projekt zur Gänze digital umsetzen.

Welchen Rat möchten Sie jungen Frauen geben, die sich selbstständig machen wollen?
Ich würde ihnen raten, aus ihren Träumen eine Vision zu formulieren und darauf aufbauende Ziele abzuleiten. Dann braucht es den Mut, aus der Komfortzone herauszutreten und sich Schritt für Schritt auf den Weg zum Ziel zu begeben. Hier braucht es wiederum Disziplin und Konsequenz. Junge Frauen stehen oftmals vor der Frage „Familie oder Beruf?“ – aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass vieles möglich ist und es Wege gibt, beides unter einen Hut zu kriegen. Deshalb gibt es kein „Entweder Familie oder Beruf“, sondern ein „Sowohl Familie als auch Beruf“.

Was sind Ihre Zukunftspläne?
Ich bin ein Mensch, der immer offen für Neues ist – deshalb kann ich mir vieles vorstellen, zum Beispiel die Gründung eines neuen Unternehmens oder aber, mich gut in einem anderen Betrieb einzubringen. Ich habe große Freude an meiner Tätigkeit und gehe mit offenen Augen Richtung Zukunft. Wenn sich neue Möglichkeiten auftun, entwickle ich automatisch eine Vision und Strategie, die ich dann auch motiviert und konsequent angehe.

Info

Irene Mandolesi, Jahrgang 1970, absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaft mit Auslandsaufenthalten in Amerika und Asien. Danach hat sie in einer Unternehmensberatung Erfahrung gesammelt sowie Führungspositionen in der Privatwirtschaft als leitende Angestellte und Geschäftsführerin bekleidet. Zudem war sie Lehrbeauftragte an der Freien Universität Bozen und Abteilungsdirektorin für Tourismus des Landes Südtirol. Seit 2009 arbeitet sie selbständig als Unternehmensberaterin, Trainerin, Business- und Managementcoach. Gemeinsam mit ihrem 15-jährigen Sohn wohnt Irene Mandolesi in der Brunecker Fraktion Reischach.

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