Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft
Heidi Röhler

Heidi Röhler

Wärme in der Kälte

Physikalisch gesehen gibt es keine Kälte. Kälte entsteht durch Entzug von Wärme. Heidi Röhler strahlt Wärme aus. Als Geschäftsführerin von KKR – Kälte Klima Röhler kümmert sich die 48-Jährige im Betrieb um Organisation, Zahlen und Mitarbeitermotivation.

Welche Tätigkeiten bietet Ihr Betrieb an?
Heidi Röhler: Wir sind im norditalienischen und süddeutschen Raum tätig. Bei der Kältetechnik geht es um die Kühlung von Produkten und Prozessen vor allem im Lebensmittelbereich. In der Klimatechnik schaffen wir ein angenehmes Ambiente bei der Arbeit und zuhause.

Was hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert?
Wir haben uns an eine ständig wachsende Zahl von Gesetzen zu halten. Digitalisierung ist in aller Munde und daher eine entsprechende Softwarelösung wichtige Voraussetzung und zugleich eine bedeutende Investition. Durchgängige Transparenz wird gefordert und betriebliche Abläufe sollen effizient gestaltet sein – eine große Herausforderung.

Wann intervenieren Sie im Betrieb?
Wir haben bei KKR ein familiäres Verhältnis. In meinem Umfeld habe ich es gern harmonisch. Ich beobachte, bekomme viel mit und wäge ab, wo es nachzuhaken gilt. Ab und zu bin ich am Feierabend in der Halle mit dabei, möchte als Gesprächspartnerin zur Verfügung stehen und auf jeden einzelnen nach Bedarf eingehen können.

Was brauchen Frauen in Führungspositionen?
Frauen brauchen Selbstbewusstsein, Zutrauen und eine Portion Gelassenheit. Sie sollten eine Quelle haben, aus der sie Kraft schöpfen.

Sie sind im Betrieb gefordert, im lvh Obfrau der Kälte- und Klimatechniker, sind Kammerrätin der Handelskammer Bozen und im Stiftungsrat des Evangeliumsrundfunks ERF Meran. Was bewegt Sie dazu?
Ich bin offen und interessiert und darf mich einbringen. Es zeichnet uns Frauen aus, dass wir die uns anvertrauten Ämter zuverlässig und ordentlich ausüben. Bei den Kälte- und Klimatechnikern im lvh war ich zuerst Stellvertreterin und bin 2015 zur Obfrau gewählt worden. Es freut mich, diesen Nischenberuf weiter zu bringen. Über sieben Jahre war ich im Verwaltungsrat der Messe Bozen. Aufgrund der Mandatsbeschränkung kann ich dieses Amt nicht mehr ausüben. Nun darf ich als Kammerrätin in der Handelskammer Bozen tätig sein und dies freut mich sehr. Im Stiftungsrat des ERF arbeite ich seit 2017 mit. Dort geht es vor allem darum, die frohe Botschaft des Evangeliums nach außen zu tragen und den Sender langfristig auf finanziell stabilen Beinen zu halten.

Wie hat sich die Pandemie auf Ihre Arbeit und Ihr Sein ausgewirkt?
Die Pandemie ließ uns innehalten und erinnert uns an das, was im Leben wirklich zählt. In Krisenzeiten helfen mir meine persönlichen Leitlinien und Werte weiter und ich sehe mich in der Betriebsführung als stabilen Ankerpunkt in all der Bewegung. Denn Menschen suchen Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt.

Zur Person

Heidi Röhler ist 1973 in München geboren und 1986 mit den Eltern und zwei Brüdern nach Bozen gezogen. Ihr Vater hat „Kälte Klimatechnik Röhler“ gegründet. Heidi Röhlers Bruder Klaus hat das Handwerk vom Vater gelernt und 1996 dann den eigenen Betrieb KKR gegründet. Bruder Hansi kam kurz darauf hinzu, mit den Jahren wuchs die Firma stetig. 2012 ist Klaus einem Krebsleiden erlegen. Das war eine Zäsur für Familie und Betrieb. Nach der Handelsschule hat Heidi Röhler von 1991 bis 2000 bei einem Steuerberater gearbeitet. Als der Familienbetrieb 2001 in die „Kälte Klima Röhler GmbH“, kurz KKR umgewandelt wurde, stieg Heidi Röhler als Gesellschafterin ein. 2007 entstand das neue Betriebsgebäude in der Bozner Industriezone. Seit dem Tod ihres älteren Bruders Klaus führt sie KKR geschäftsführend zusammen mit ihrem Bruder Hansi weiter. 15 Mitarbeiter/innen beschäftigt der Betrieb heute. Die Unternehmerin lebt mit ihrem Mann Daniel Campisi und den beiden Söhnen (2004 und 2006 geboren) in Vilpian.

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